15. Dezember 2017 // 19:30 - 22:30 Uhr

Maria Stuarda

Deutsche Oper am Rhein

Friedrich Schillers historische Dramen waren für die italienische Oper des 19. Jahrhunderts häufig ideale Vorlagen. In seiner 1800 uraufgeführten „Maria Stuart“ steht der Konflikt der englischen Königin Elisabeth I. mit ihrer schottischen Halbschwester Maria Stuart im Mittelpunkt. Mit wenigen Änderungen konnte Giuseppe Bardari aus diesem Schauspiel ein Libretto entwickeln, und eine schöne und unglückliche Heldin ist im Belcanto ohnehin die ideale Titelfigur. Ungewöhnlich reizvoll waren für Gaetano Donizetti (1797–1848) zwei gleichgewichtige weibliche Hauptrollen, auch wenn die Konfrontation zweier Diven bei der Uraufführung zu einigen Konflikten führen sollte. Nach zahlreichen, auch politischen Querelen im Vorfeld feierte „Maria Stuarda“ am 30. Dezember 1835 Premiere an der Mailänder Scala. Aufgrund der Indisposition der Hauptdarstellerinnen blieb der Erfolg jedoch aus und erst seit seiner Wiederaufführung in Donizettis Heimatstadt Bergamo 1958 ist dieses Werk regelmäßig auf den Spielplänen zu finden. Seine packende Musik, in der sich sowohl die Dramatik des Konfliktes als auch die Einsamkeit der eingekerkerten Maria spiegelt, zählt zu dem Schönsten, was Donizetti je komponiert hat.

 

Maria Stuart wurde in Schottland der Beihilfe zum Mord an ihrem Gatten angeklagt und nach ihrer Flucht in England inhaftiert. Seit 18 Jahren wartet sie auf ein Urteil durch Elisabeth I., die sich trotz Drängen ihres Beraters Lord Cecil nicht durchringen kann, über ihre Halbschwester das Todesurteil zu verhängen. Freisprechen kann sie Maria aber auch nicht, da diese dann erneut Ansprüche auf die englische Krone geltend machen könnte. Graf Leicester, der in Maria verliebt ist, legt bei der Königin ein gutes Wort für sie ein und bringt sie gar dazu, einem Treffen zuzustimmen. Allerdings ist er so unvorsichtig, seine Leidenschaft durchblicken zu lassen, und für Elisabeth, die wiederum den Grafen liebt, wird der Konflikt damit persönlich. In der Konfrontation wirft sie Maria Heuchelei vor, schließlich habe sie Schuld am Tod ihres Gatten. Maria wiederum beschimpft die Königin als „Bastard“, der widerrechtlich auf dem Thron sitze. Schlussendlich unterschreibt Elisabeth das Todesurteil und Maria wird hingerichtet.

 

Der flämische Regisseur Guy Joosten, der an der Deutschen Oper am Rhein zuletzt Verdis „Don Carlo“ inszenierte, ist ein Spezialist für die Werke des Belcanto, wie u.a. seine Interpretationen von „Lucia di Lammermoor“ und „Lucrezia Borgia“ in Brüssel zeigten. Die packenden Konflikte und Machtspiele in Donizettis Oper setzt er im Team mit dem Bühnenbildner Roel Van Berckelaer in Szene.

Eintrittspreise


20,30 € - 70,30 €

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