12. Philharmonisches Konzert

Der Flug des Ikarus

Die deutsche Spruchweisheit hat es immer schon gewusst: Hochmut kommt vor dem Fall. Don Juan lädt das steinerne Standbild des ermordeten Komturs zu Gast – und bezahlt dafür mit seinem Leben. Der griechische Jüngling Ikarus kommt mit einem Flugwerk aus Wachs und Federn der Sonne zu nah – und stürzt in den Tod.  Der 1980 in Duisburg geborene Komponist Hauke Berheide wiederum lässt sich in seinem neuen Cellokonzert vom altgriechischen Ikarus-Mythos inspirieren. Ihm geht es dabei weniger um eine detailliert nachzeichnende Programmmusik als um die Strukturidee des Stürzens und Fallens, wie er sie in der antiken Erzählung dargestellt findet.

Solist der Uraufführung ist der junge Cellist Maximilian Hornung, der 2005 beim Deutschen Musikwettbewerb und 2007 beim Musikwettbewerb der ARD siegreich war. Mit 23 Jahren wurde er Solo-Cellist beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, räumte diesen prestigereichen Posten aber bereits nach vier Jahren wieder, um seine solistische Karriere weiter zu verfolgen. 

Hauke Berheide hat es 2013 aus privaten Gründen in die USA verschlagen; seinen tschechischen Kollegen Antonín Dvořák lockte 1892 ein lukratives Jobangebot über den großen Teich. In den drei Jahren, die er als Konservatoriumsdirektor in New York verbrachte, entstand auch sein weitaus populärstes Werk, die Sinfonie „Aus der Neuen Welt“. Unzählige Forscher haben versucht, hier Elemente der indigenen amerikanischen Folklore zu entdecken – aber es waren eher die alten Lieder seiner böhmischen Heimat, die dem heimweh­kranken Komponisten in der Fremde durch den Kopf gingen.

Bildnachweise:
Hornung | Foto: Borggreve
Lyniv | Foto: Bayerische Staatsoper

Eintrittspreise


5,50 € (ermäßigt) - 39 €

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