Zeng Yang. Trümmer der Wirklichkeit

16. - 29. August 2019 // 14:00 - 18:00 Uhr

Zeng Yang. Trümmer der Wirklichkeit

Eine Ausstellung mit Bezug zur Kultur Chinas

Ein Pavillon am See, weiße Tempel, im Kreis drehende Karusselle, fahrende Züge, unverkennbare Kalligrafie, aus alten Wandgemälden entsprungene Figuren, Soldaten aus dem zweiten Weltkrieg, Tänzerinnen. In Zeng Yangs Gemälde tauchen verschiedenste Figuren auf. Sie werden auf unterschiedliche Art und Weise miteinander kombiniert, überkreuzen und verdichten sich, erscheinen allesamt montagehaft auf der Leinwand. Yang kombiniert die scheinbar zusammenhanglosen Figuren wieder und wieder in seinen unterschiedlichen Arbeiten, wobei zwischen Ihnen eine bewusste Distanz gewahrt bleibt. Das optisch Vertraute bleibt stets distanziert.

''Trümmer der Wirklichkeit'' ist ein Sichtwinkel auf die Wirklichkeit. Es ist die Sicht des Künstlers auf seine Wirklichkeit, die gleichwohl abwesend und irreal erscheint. Jene scheinbar wirklichkeitsfernen, und dadurch abwesenden, Figuren werden auf der Bildfläche zu penetranten Anwesenden, die unseren Blick besetzen. Als wolle der Künstler uns hier ein Paradoxon beschreiben, dass Wirklichkeit letztendlich gerade durch ihr Nicht Dasein existiert.

Zur Person

Zeng Yang wuchs in China während der Reform- und Öffnungspolitik auf, erlebte 30 Jahre gesellschaftlichen Wandel. Begleitend zu jeder gesellschaftlichen Reform herrscht immer ein Wettstreit zwischen alten und neuen Wertvorstellungen, zwischen Geschichte und Zukunft. Zwischen Tradition und Gegenwart, Geschichte und Wirklichkeit, Regionalisierung und Globalisierung, die Entscheidung zwischen den Polaritäten ist sowohl für Yang als auch für viele Chinesen keine einfache Entscheidung zwischen A und B. China, im Nachgang der Reformzeit, hat bereits eine Glanzleistung vollbracht und erfüllt sich nun scheinbar selbst den Renaissancetraum, wovon viele Generationen träumten. Der chinesische Künstler Zeng Yang bleibt jedoch wie ein ungerührter, distanzierter Beobachter all diesem gegenüber: dem bereits verwirklichten wirtschaftlichen Aufschwung, dem versprochenen Wiederaufleben des Volkes. Beides wirkt eher wie ein Nachklang einer alten Geschichte. Die Wirklichkeit ist wie ein Haufen Trümmer, der darauf wartet, zusammengekehrt und wiederaufgebaut zu werden.

Öffnungszeiten

Mi - So: 14-18 Uhr 

Der Eintritt ist frei.

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