Zwischen Sichtbarkeit und Anerkennung...

23. Januar 2020 // 18:15 - 19:30 Uhr

Zwischen Sichtbarkeit und Anerkennung...

Die Soziologin Laura Dederichs referiert über die Bedeutungskonstruktion und Aneignung der DITIB-Merkez-Moschee in Duisburg.

Auch wenn die Existenz muslimischer Glaubenspraxis in Deutschland weit zurück reicht, verblieb diese Realität lange außerhalb der breiten öffentlichen Wahrnehmung. Seit den 1990er Jahren kann jedoch ein Prozess der Etablierung und auch gegenständlichen Sichtbarwerdung des Islams festgestellt werden, welcher sich nicht zuletzt in Form von erkennbaren, repräsentativen Moscheebauten ausdrückt. So ist auch die Merkez-Moschee in Duisburg-Marxloh als Teil dieser Entwicklung und des Übergangs aus der privaten in die öffentliche Arena zu verstehen. Die Gebetsstätten sind damit Ausdruck der Verstetigung der muslimischen Religionsgemeinschaft als erkennbarer Teil der Stadt(-gesellschaft) und werden zu einem Raum alltäglicher Aushandlungsprozesse um gesellschaftliche Repräsentation.

Laura Dederichs beleuchtet die Produktion von Bedeutung sowie die Aneignung der Merkez Moschee als beispielhafter Bau und verortet sie im städtischen Kontext. Anhand von Expert*innen-Interviews galt es den in sozialer Praxis geschaffenen Raum um die Moschee zu rekonstruieren und zudem den Umgang mit diesem auf der lokalen Ebene zu analysieren. Die Forschungsergebnisse der jungen Soziologin bieten eine Perspektive, die auch für zukünftige Kontexte im Umgang mit muslimischem Leben in Duisburg spannende Ansätze bereithält.

Der Vortrag ist Teil unserer Reihe "Stadtgeschichte donnerstags".

Der Eintritt zum Vortrag ist frei. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.

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