augenblicke | Thorsten Kasel
06.03.2020 - 15.03.2021
Von 09:00 bis 16:00 Uhr

augenblicke | Thorsten Kasel

Thorsten Kasel zeigt seinen virtuosen Umgang mit Pinsel, Farbe und Leinwand bei einer Ausstellung in der Mercatorhalle

Wenn Thorsten Kasel bisher mit feinen Zeichnungen auf kleinem Papierformat beeindruckte, so beweist er aktuell seinen virtuosen Umgang mit Pinsel, Farbe und Leinwand auf großem Format. Geblieben ist das Motiv des Gesichts im Portrait, vornehmlich der Frau.

Der Künstler übernimmt den im fotografischen Bild eingefrorenen Ausdruck und führt ihn durch Pinselmalerei zurück in die Materialität der Leinwand und der Farbpigmente. Thorsten Kasel lässt den Betrachter frontal in überlebensgroße Gesichter blicken. Sabrina, Bo, Jessie und Mmiruiz blicken kess, herausfordernd oder lasziv aus knappen Bildräumen auf den Betrachter, als würden sie für ein Casting posieren. Dabei verwendet Thorsten Kasel nie eine natürliche Farbgebung, sondern satte, schrille und meist ungebrochene Farben bis hin zu poppiger Buntheit, die die Irrealität der Abbilder unterstreichen. Aus der Nähe betrachtet, wird das Hoch und Tief der topografischen Gesichtslandschaften zu übereinander gelagerten Farbschichten. Gesichtsfragmente lösen und verschieben sich.

In der Serie Electricity legt Thorsten Kasel Sequenzen übereinander und erzeugt so den Eindruck einer Bewegung. Hastig gemalte Farbkleckse und Lichtreflexe unterstreichen die Flüchtigkeit des Augenblicks.

Neu in Thorsten Kasels Werk ist die Szenenlandschaft im Panoramaformat. Auch hier bedient er sich der Bilderflut des Internet. Aus ihrem Ursprungskontext entnommen, interagiert sein „Bildpersonal“ durch Gestik und Mimik miteinander. Das bizarre Szenario scheint irreal, die Deutung bleibt dem Betrachter überlassen.

Thorsten Kasel treibt ein Spiel mit dem „da sein“ und „nicht da sein“, mit realer und virtueller Welt, mit Körperlichkeit und Abbild, mit dem „Double“ der Fotografie und der Materialität von Leinwand und Farbpigment. Der Vermischung von Realität und virtueller Welt, von privater Sphäre und Öffentlichkeit entspricht auch sein Werkprozess, in dem er die digitale Technik mit dem Handwerk der Malerei selbstverständlich verbindet.

Die Ausstellung befindet sich im Tagungsbereich des City Palais und ist montags bis freitags von 09:00 Uhr bis 16:00 geöffnet.

10% des Verkaufserlöses gehen als Spende an Nils Petersen und sein Projekt KarmaRiders.

Bild: Thorsten Kasel - Put me out of my misery!, 2020

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