Seh-Zeichen – eine Landmarke der Leichtigkeit
01.09.2020 - 18.10.2020

Seh-Zeichen – eine Landmarke der Leichtigkeit

Die große Wiese vor der Bezirksvertretung in Rheinhausen wird dominiert von der Steinskulptur von Ulrich Rückriem.

Sie befindet sich im Dialog mit dem Turmaufbau auf dem Gebäude der Bezirksvertretung und gibt der Grünfläche ein Zentrum. Diese Situation hat der Künstler Jens J. Meyer mit der Skulptur Seh-Zeichen – eine Landmarke der Leichtigkeit temporär um eine dritte Position erweitert.

Die weiße Tuchskulptur ‚schreitet leichtfüßig‘ über die Wiese und begegnet der massiven Steinskulptur in angemessenem Abstand. Ein weithin sichtbares Zeichen im urbanen Raum – ein Blickpunkt, der Aufmerksamkeit auf sich zieht und den Dialog aufnimmt. 

Das Exponat setzt alle Elemente der Architektur, Natur und Skulptur in eine neue lebendige Beziehung zueinander und lässt diese Zusammenhänge sichtbar werden. Geschnürt, gedehnt und nach einem ausgeklügelten System gespannt, ergibt sich eine „Raumskulptur“ von einer faszinierenden Leichtigkeit, die ihre Wirkung mitten in der Natur entfaltet.

Ein „Temple of Light“ auf einer Waldlichtung in China, ein „Schwebendes Archiv“ in der Hamburger Hafencity, der „Lichtkeil“ im Kunstmuseum Gelsenkirchen: Die skulpturalen Installationen von Jens J. Meyer sind in der ganzen Welt zu sehen. Kaum ein Kontinent, auf dem der Essener Künstler nicht schon seine freischwebenden Exponate ausgestellt hat.

In die Erprobung seines Arbeitsmaterials hat Meyer viel Ehrgeiz gesteckt. Flexible Materialien wie Polyester, Polyamide, Teflon und andere dehnbare Stoffe aus der Strickindustrie werden immer wieder auf ihre Transparenz und UV-Beständigkeit geprüft. Die Landmarke in Rheinhausen ist eine federleichte, knapp fünf Meter hohe Skulptur aus Glasfaserstäben, Tuch und Tauwerk. Die Grundfläche misst ca. vier Meter. Sie wurde mit stabilen Zeltheringen so im Boden verankert, dass sie auch stürmischen Winden standhält. Das spezielle, elastische Polyestertuch ist besonders UV-stabil und wetterfest. Die Skulptur hat eine hohe Flexibilität und bewegt sich im Wind wie ein kleiner Baum.  

Das Konzept einer temporären Intervention von Jens J. Meyer vor dem Bezirksamt Rheinhausen kann noch bis zum 18. Oktober besichtigt werden.

Bildnachweis

Bernd Kasten

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