Leipziger Klangspuren

1. Philharmonisches Konzert

Wolfgang Amadeus Mozart - Sinfonie Nr. 33 B-Dur KV 319
Felix Mendelssohn Bartholdy - Konzert für Violine und Orchester e-Moll op. 64
Max Reger - Variationen und Fuge über ein lustiges Thema von Johann Adam Hiller op. 100

LEIPZIGER KLANGSPUREN

Als Felix Mendelssohn Bartholdy 1835 nach Leipzig kam, war der Name Johann Adam Hiller noch keineswegs vergessen. Der aus Görlitz stammende Komponist und Musikschriftsteller hatte ein halbes Jahrhundert zuvor die Tradition der Orchesterkonzerte im Leipziger Gewandhaus begründet. Als GewandhausKapellmeister war Mendelssohn sein Amtsnachfolger in der vierten Generation. Hiller gilt als Erfinder des deutschen Singspiels – und damit als Begründer einer Tradition, in der auch Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ und „Die Zauberflöte“ stehen. Mit diesen Meisterwerken sind Hillers harmlose Musikkomödien aus dem dörflichen Milieu freilich nicht zu vergleichen. Als Max Reger 1907 als Professor und Musikdirektor an die Leipziger Universität berufen wurde, waren sie längst von den Bühnen verschwunden.

In einem Lehrbuch des Generalbassspiels hatte Reger das „lustige Thema“ aus Hillers Singspiel „Der Erntekranz“ entdeckt und sofort erkannt, dass die schlichte Melodie „geradezu nach Variationen schreit“. Elf davon samt monumentaler Schlussfolge rang er dem Thema ab, das man in den kunstvollen Verwandlungen und wechselnden instrumentalen Beleuchtungen oft kaum noch erkennen kann. Dennoch beschwört die Partitur durch alle spätromantische Klangverdichtung hindurch immer wieder den heiter-graziösen Geist des Rokoko-Zeitalters, dem Hiller entstammte.

Von drei Leipziger Musikerpersönlichkeiten war bereits die Rede – nun kommt noch eine vierte hinzu. Seit 2006 wirkt Carolin Widmann als Violinprofessorin an der Leipziger Musikhochschule. Die in München geborene Geigerin setzte sich schon immer mit großem Engagement für die Moderne ein – so auch als „Artist in Residence“ der Duisburger Philharmoniker in der Konzertsaison 2012/2013. Mit der gleichen wachen Neugier und Entdeckerfreude ist die designierte Trägerin des Musikpreises der Stadt Duisburg 2020 auch im klassisch-romantischen Kernrepertoire unterwegs. Eine besondere Herzensangelegenheit ist ihr daher auch Mendelssohns Violinkonzert e-Moll, das 1845 im Leipziger Gewandhaus aus der Taufe gehoben wurde. Fernab mitteldeutscher Musikpfade eröffnet GMD Axel Kober das Programm – mit Mozarts B-Dur-Sinfonie KV 319, die in ihrer konzentrierten, originellen Faktur bereits auf das sinfonische Spätwerk des Meisters verweist.

Ermöglicht durch die Peter Klöckner-Stiftung

Eintrittspreise


10,00 € - 39,00 €, erm. 5,50 € - 20,00 €

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