Trompetenschall und Kanonendonner
07.10.2020
Von 20:30 bis 21:40 Uhr

Trompetenschall und Kanonendonner

2. Philharmonisches Konzert

Ludwig van Beethoven - Sinfonie Nr. 4 B-Dur op. 60
Johann Nepomuk Hummel - Konzert für Trompete und Orchester Es-Dur
Joseph Haydn - Konzert für Trompete und Orchester Es-Dur Hob. VIIe:1

Das Metronom begründete seinen Weltruhm. Aber der mechanische Taktschläger war keineswegs die einzige Erfindung des Wiener Ingenieurs Johann Nepomuk Mälzel (1772-1838). Für den schwerhörigen Ludwig van Beethoven etwa konstruierte er eine Reihe von Hörrohren. Der Komponist revanchierte sich mit einem Werk für Mälzels Panharmonikum – einem Vorläufer jener lastwagengroßen Drehorgeln, die noch heute auf Jahrmärkten und in Fußgängerzonen ihr Publikum finden. Beethovens Beitrag war eine dramatisch bewegte Tondichtung, die Napoleons Niederlage bei Vitoria im Baskenland zum Thema hatte. Auf Anregung Mälzels schuf Beethoven auch eine Orchesterfassung des kanonendonnernden, von der englischen Nationalhymne gekrönten Schlachtengemäldes. Diese Version von „Wellingtons Sieg“ wurde 1813 in Wien mit triumphalem Erfolg aus der Taufe gehoben – Beethovens „Siebte“, die im gleichen Konzert ihre Uraufführung erlebte, ging daneben fast unter.

Mälzel ist übrigens auch mit einem „mechanischen Trompeter“ hervorgetreten, der sich allerdings gegen seine menschliche Konkurrenz nicht durchsetzen konnte. Die so bravourösen wie eleganten Trompetenkonzerte von Joseph Haydn und Johann Nepomuk Hummel hätte der blechblasende Automat wohl auch kaum bewältigen können. Beide Werke entstanden für den gefeierten Trompeter Anton Weidinger, der die Spielmöglichkeiten seines Instruments durch einen ausgetüftelten Klappen-Mechanismus deutlich erweitert hatte. Der Wiener Pianist und Komponist Johann Nepomuk Hummel, der Beethoven in freundschaftlicher Konkurrenz verbunden war, schlug übrigens bei der Uraufführung von „Wellingtons Sieg“ die große Trommel – so schließt sich der Kreis.

Mit diesen beiden Kernstücken des klassischen Trompeten-Repertoires gibt der 25-jährige Simon Höfele seinen Einstand als „Artist in Residence“ der Duisburger Philharmoniker. Die Leitung hat Jan Willem de Vriend, der als Erster Gastdirigent in dieser Spielzeit noch zwei weitere Philharmonische Konzerte leiten wird. Der niederländische Originalklang-Experte eröffnet den Doppelabend mit Beethovens Sinfonie Nr. 4, die wie ein heiter-freundliches Intermezzo zwischen den monumentalen Nummern 3 und 5 steht. Robert Schumann bezeichnete sie denn auch in einem treffenden Bild als „griechisch schlanke Maid zwischen zwei Nordlandriesen.“

Das Projekt „Artist in Residence“ wird gefördert von KROHNE

Eintrittspreise


10,00 € - 39,00 €, erm. 5,50 € - 20,00 €

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