30.10.2020
Von 19:00 bis 20:30 Uhr

30 Jahre Treuhandanstalt und Wirtschaftsumbau Ost

Oft wird der Vorwurf erhoben, die Justiz sei zu nachsichtig mit Delinquenten. Diesem widerspricht Richter Hendrik Thomé vehement.

Auch 30 Jahre nach ihrer Gründung beziehungsweise 25 Jahre nach ihrer Auflösung erhitzt die Treuhandanstalt in Ostdeutschland weiter die Gemüter. 2019 haben Linkspartei und AfD etwa versucht, mit der beziehungsweise gegen die Treuhand Politik zu machen. Von den einen, oft ehemaligen Treuhand-Managern und Politikern, als notwendiges Krisenmanagement auf den Trümmern der sozialistischen Planwirtschaft verteidigt, erschien und erscheint diese in den Augen etlicher ostdeutscher Betroffener bis heute als brutale Abwicklungs- oder gar Kolonialbehörde des Westens. Die Dimensionen des Wirtschaftsumbruchs waren in jeden Falle gewaltig - so übernahm die Organisation im März 1990 über 8.000 Betriebe mit vier Millionen Beschäftigten, von denen sie in nicht einmal zweieinhalb Jahren etwa 80 Prozent zum größten Teil an westdeutsche Investoren privatisierte. Zugleich verloren Millionen Menschen im Osten ihre Arbeit. An der Treuhand scheiden sich also immer noch die Geister - auch und gerade um den 30. Jahrestag der Wiedervereinigung herum. Der Vortrag wird Schlaglichter auf diese bewegte Zeit und die umstrittene Organisation werfen und versuchen, aus zeithistorischer Perspektive die wesentlichen Grundzüge der Ursprünge der Treuhand-Idee sowie ihrer wechselhaften und krisen- wie skandalgeschüttelten Geschichte nachzuzeichnen.

Eine Gemeinschaftsveranstaltung der VHS, der Vereinigung "Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V." und weiterer Partner.

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