Erinnern. An wen, an was und warum?
14.12.2020
Von 20:00 bis 21:30 Uhr

Erinnern. An wen, an was und warum?

Dieser Vortrag möchte begründen, warum die NS-Verbrechen eine Sonderstellung nicht nur in der deutschen, sondern in der Menschheitsgeschichte haben.

Vor nicht allzu langer Zeit forderte ein Politiker eine "geschichtspolitische Wende" um nicht weniger als 180 Grad ein. Die Deutschen sollten aus dem "Sühnekult" heraustreten, sich der Glanzstunden ihrer Geschichte am besten mit ihm am Kyffhäuser versichern.

An diesem Abend wird Wolfgang Braun anhand zweier Übersichten - sowohl zur Deliktsstruktur des Nationalsozialismus wie zu den Völkermordverbrechen des 20. Jahrhunderts - verdeutlichen, dass solche Forderungen zwar schnell erhoben, aber kaum begründbar sind. Die Sonderstellung der zwölf Jahre nicht nur in der deutschen Geschichte, sondern auch in der reichhaltigen und vielfältigen jüngeren Gewaltgeschichte der Menschheit ergibt sich aus der Sache, nicht aus Vorurteil, Feindseligkeit oder Selbsthass.

Die einzig angemessene Form des Umgangs mit diesem nicht ersehnten Erbe nämlich Konsolidierung und Ausgestaltung einer zeitgemäßen Erinnerungs- und Gedenkkultur - wären aufgrund der grundsätzlichen Ergebnisse zu einem späteren Zeitpunkt zu debattieren.

Eine Gemeinschaftsveranstaltung der VHS, der Vereinigung "Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V." und weiterer Partner.

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