23.02.2021
Von 12:00 bis 12:30 Uhr

 

Wolfgang Amadeus Mozart - Konzert für Klavier und Orchester Nr. 24 c-Moll KV 491

 

Arnold Schönberg - „Der Tanz um das goldene Kalb“ (Ausschnitt) aus der Oper „Moses und Aron“

 

Gustav Mahler - Sinfonie Nr. 4 G-Dur

 

 

Denkbar harmlos fangen sie an, jene „himmlischen Freuden“, die in der Volksliedsammlung „Des Knaben Wunderhorn“ besungen werden. Man tanzt und springt, man hüpft und singt, und das alles unter den wohlgefälligen Blicken des heiligen Petrus. Aber plötzlich tritt der „Metzger Herodes“ auf den Plan, um ein unschuldiges Lämmlein zu schlachten. Ganze Schwärme von Fischen schwimmen in die Netze; das Wild läuft den jagdlustigen Heiligen geradewegs ins offene Messer. Gustav Mahler hat diese alptraumhafte Szene im Schlusssatz seiner vierten Sinfonie vertont: eine merkwürdig doppelbödige, maskenhafte Musik, in der sich Sanftmut und Schrecken auf beklemmende Weise mischen.

 

Solistin ist die junge Sopranistin Jana Baumeister, die seit 2014 zum Ensemble des Staatstheaters Darmstadt gehört. Ihr Chef dort ist GMD Daniel Cohen, der seine Karriere als Geiger im West-Eastern Divan Orchestra begann und durch dessen Leiter Daniel Barenboim nachhaltig gefördert wurde. Der junge israelische

Maestro machte unter anderem mit Produktionen an der Deutschen Oper und Staatsoper Berlin von sich reden. Mahlers „Vierter“ stellt er einen kurzen Ausschnitt aus Arnold Schönbergs biblischer Oper „Moses und Aron“ gegenüber. Um das Götzenbild des goldenen Kalbes entfaltet sich eine Szene der Entfesselung, des sinnlichen

Rausches und der Mordlust. Schönberg komponierte hier ein Orchesterbild in grellen Farben und aufpeitschenden Rhythmen; es erinnert zuweilen an die Thriller-Soundtracks aus den Filmstudios von Los Angeles, wo er sich nach seiner Emigration ansiedeln sollte. Ganz ähnlich wie bei Mahlers verstörender Himmelsvision öffnet sich hier der Blick in jene seelischen Abgründe, die Sigmund Freud, Zeitgenosse beider Meister, ins Licht der Wissenschaft rückte.

Dass sich selbst bei Mozart, dem „Götterliebling“, die sprichwörtlichen Leichen im Keller finden, dafür steht musterhaft das 1786 komponierte Klavierkonzert c-Moll. Den Solopart in diesem von dunkler Ausdrucksgewalt gezeichneten, in einem schaurigen Totentanz endenden Stück gestaltet David Fray. Als Einspringer für die erkrankte Hélène Grimaud avancierte der französische Pianist 2006 zum Shooting Star der internationalen Klavierszene; sein feinnerviges Spiel ruft bei Kritikern immer wieder Vergleiche mit dem legendären Glenn Gould hervor.

 

Ermöglicht durch KROHNE

Eintrittspreise


0,00 €

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