13.03.2021
Von 10:00 bis 13:30 Uhr

Musik an der Grenze des Lebens: Musik und Musiker in Konzentrationslagern

Zum 30. Jubiläum des Mauerfalls rückt dieser Vortrag das Leben von Homosexuellen in der DDR in den Fokus.

Hinter KZ-Mauern wurde Musik eingesetzt, um den Zivilisationsbruch zu überspielen, die Barbarei zu banalisieren. In einigen Lagern durfte kein Ton erklingen, in vielen aber war Musik die allgegenwärtige Klangkulisse zum tödlichen Alltag des Lagerlebens. Das KZ-Personal ließ sich von Häftlingen bespielen, um dem mörderischen Stumpfsinn für kurze Zeit zu entgehen. Häufig "genossen" Musiker eine "privilegierte" Stellung im Lager. Ihre Funktion erhöhte die Überlebenschance: spielen, um nicht zu sterben. Orchester wurden gegründet, Aufführungen organisiert und die Hörenden stillten mit Klängen ihre Sehnsucht nach Trost und Geborgenheit, nach sozialer Wärme in einem eiskalten Umfeld. Eine einfache, bekannte Melodie schon konnte innere, angsterstarrte Schutzmauern wanken lassen, Leid und Lied durchdrangen einander. Opern und Sinfonien, Chormusik und Instrumentalmusik, Jazzstücke und Kabarettsongs: Ebenso beklemmend wie berührend zu erleben, wie sehr Musik das Inferno für den Augenblick des Erklingens vergessen lassen kann.

Der Referent besuchte die KZ von Buchenwald, Theresienstadt und Auschwitz und recherchierte zahlreiche Quellen. Es gibt Geschichten, in denen die Musik Menschen das Leben rettete - einem solchen Überlebenden begegnete er. Seine Wortbeiträge, Fotos und musikalischen Beispiele versuchen darzustellen und zu erklären, was eigentlich undarstellbar und unerklärlich ist.

Für Meinungsaustausch, musikalische Erinnerungen und Gespräche wird genügend Zeit eingeräumt.

Eintrittspreise


21 €

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