22.03.2021
Von 20:00 bis 21:30 Uhr

Deutsche Gedenkkulturen im 19. und 20. Jahrhundert

Wolfgang Braun, Sprecher der RA Rhein-Ruhr-West des Vereins ""Gegen Vergessen - Für Demokratie"" über Fixpunkte der wechselhaften deutschen Geschichte.

Die deutsche Geschichte, exakter: die Geschichte der Deutschen, ist im 19. und 20. Jahrhundert, einmal von den grundlegenden sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen in dieser Zeit abgesehen, von einer beständigen Umwälzung der politischen Gegebenheiten geprägt: Von der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation (1806) über den Deutschen Bund (1815 - 1866), den Norddeutschen Bund (1866 - 1871), das Deutsche (Kaiser-) Reich (1871 - 1918), das Deutsche Reich als Republik (1918 - 1933), die nationalsozialistische Gewaltherrschaft (1933 - 1945), die alliierte Militärverwaltung (1945 - 1949), die Deutsche Demokratische Republik (1949 - 1990) und die Bundesrepublik Deutschland (1949 bis heute).

 

In diesen beiden Jahrhunderten wurden einerseits beständig feste Bezugspunkte des politischen und historischen Denkens verschoben, zerstört oder neu gesetzt, andererseits bildeten sich über den gesamten Zeitraum im zum Teil erbitterten Kampf der politischen Kräfte neue Fixpunkte heraus oder wurden zum Teil auch direkt dekretiert. Anhand von Gedenktagen mit geschichtlicher Mehrfachbelegung (am bekanntesten ist in dieser Hinsicht der 9. November) wird dieses geschichtspolitische Ringen deutlich gemacht: 22. Februar, 18. März, 1. Mai, 8. Mai, 9. Mai, 23. Mai, 14. Juli, 1. September, 3. Oktober und 9. November. Bezüge zur europäischen Geschichte dieser Zeit werden mehrfach unmittelbar deutlich.

 

Eine Gemeinschaftsveranstaltung der VHS, der Vereinigung "Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V." und weiterer Partner.

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