23.03.2021
Von 12:00 bis 12:30 Uhr

Landidylle mit schrägen Vögeln

 

Bernd Alois Zimmermann - Un „petit rien“ für kleines Orchester

 

Francis Poulenc - „Concert champêtre“ für Cembalo und Orchester

 

Paul Hindemith - Kammermusik Nr. 7 op. 46/2 für Orgel und Kammerorchester

 

Franz Schreker - Kammersinfonie in einem Satz

 

Un „petit rien“ (Ein „kleines Nichts“) – bescheidener kann man ein Werk wohl kaum betiteln als es Bernd Alois Zimmermann 1964 bei seiner heiter-verspielten Miniaturenfolge für kleines Orchester getan hat. Das Stück ging aus einer Hörspielmusik zu Marcel Aymés „Die Mondvögel“ hervor, die Zimmermann für den WDR komponiert hatte. Schwirrender Flügelschlag und eine leicht schräge, mondsüchtige Poesie prägen denn auch die sieben kurzen Sätze, deren klangliches Raffinement unverkennbar französischen Ursprungs ist. Natürlich kannte Zimmermann, der seit 1958 als Professor an der Kölner Musikhochschule lehrte, die Partituren des französischen Neoklassizismus sehr genau. So auch Francis Poulencs „Concert champêtre“ („Ländliches Konzert“) aus dem Jahre 1928, das dem seit Mozarts Zeiten aus dem Musikleben verschwundenen Cembalo eine grandiose Wiederauferstehung bereitete. Mit seinem melodischen Charme, seiner duftigen Grazie scheint sich das Stück geradewegs in die Epoche des französischen Rokoko zurückzuträumen – wenn auch mit sanfter Ironie.

Dass die unentwegte Expansion des romantischen Orchesters an ihr Ende gekommen war, wurde den Komponisten zu Beginn des 20. Jahrhunderts immer stärker bewusst. Und so formierten sich bald überall in Europa Strömungen, die eine Rückkehr zur Klang- und Formensprache des 18. Jahrhunderts propagierten. Paul Hindemith knüpfte in seinen sieben zwischen 1922 und 1927 entstandenen Kammermusiken an die Concerto-Grosso-Tradition des Barockzeitalters an – mit deutlichem Verweis auf die Brandenburgischen

Konzerte von Johann Sebastian Bach. Der Österreicher Franz Schreker, der zuvor mit erotisch aufgeladenen Opern in der Wagner-Nachfolge hervorgetreten war, gab seiner Kammersinfonie aus dem Jahre 1916 ein höchst delikates Klangbild aus filigranen Linien und feinen Pastelltönen.

GMD Axel Kober präsentiert die Duisburger Philharmoniker hier als brillantes Kammerensemble, dem sich zwei Solisten von Rang hinzugesellen: Christian Schmitt, „Principal Organist“ der Bamberger Symphoniker, war schon zweimal in der philharmonischen Orgelreihe „Toccata“ zu Gast. Der französisch-amerikanische Cembalist Justin Taylor, vom Deutschlandfunk als „Tastenwunder“ apostrophiert, ist in der Alten Musik ebenso zuhause wie im vielgestaltigen Cembalo-Repertoire des 20. Jahrhunderts.

 

Ermöglicht durch KROHNE

Eintrittspreise


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