THE HISTORY OF PHOTOGRAPHY IN SOUND (1) + (2)
04.09.2021
Von 16:00 bis 19:55 Uhr

THE HISTORY OF PHOTOGRAPHY IN SOUND (1) + (2)

Michael Finnissy, Ian Pace,

Sa, 4. Sept: Chapters I-VII (Konzert und Lecture)

So, 5. Sept.: Chapters VIII-XI (Konzert und Lecture)

Michael Finnissy The History of Photography in Sound (1996-2000) Zyklus für Klavier solo

Deutsche Erstaufführung des kompletten Zyklus

 

Der britische Komponist Michael Finnissy gehört zu den bekannten Vertreter:innen der sogenannten »New Complexity« – einer Musik von enormer Dichte und schneller Abfolge von Ereignissen, rhythmischer Vertracktheit und ständiger Verwandlung von musikalischem Material. Der paradoxe Titel seines Klavierzyklus The History of Photography in Sound geht aus Finnissys exzentrischem Kompositionsverfahren hervor, denn dieses gleicht dem Drehen und Schneiden eines Films: Sein Arbeitsmaterial ist ein unendlicher Fundus von Musik anderer Komponist:innen. Zitate von u. a. Bach, Berlioz, Paganini, Debussy wie auch Volks- und Popmusikelemente aus aller Welt verdreht, verschachtelt und schichtet er so, dass sie kaum mehr erkennbar sind. Unscheinbar und unablässig webt er eine Musik in die andere hinein – oft Puls gegen Puls. Aus ihrem alten Kontext gerissen, verlieren Zitate und bekannte Motive ihre künstlerische Bedeutung und erhalten in Finnissys Verarbeitung durch ihre soziale und historische Bedeutung eine neue, quasi dokumentarische Funktion. Es ist Musik aus und über Musik.

 

Durch die elf gänzlich unterschiedlichen Kapitel ließ sich Finnissy von bildhistorischen Phänomenen von u. a. Eadweard Muybridge oder Edward Munch den Weg weisen, ebenso von philosophischen Gedanken über Fotografie und Reproduktion von Susan Sontag, Roland Barthes oder Walter Benjamin.

 

Über zwei Nachmittage verteilt spielt der britische Pianist und Musikwissenschaftler Ian Pace die deutsche Erstaufführung des fast sechsstündigen Gesamtzyklus und führt das Publikum zu Beginn beider Teile persönlich in diesen faszinierenden Kosmos ein, der sich so spielerisch wie monumental über die Grenzen zwischen Klang, Bild und Zeit hinwegsetzt.

Eintrittspreise


ab 18,70 €

Bildnachweis

Eadweard Muybridge

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