Harawi

Das Wort „Harawi“ bezeichnet eine Form von Liebeslied, das mit dem Tod der Liebenden endet.

Das Wort „Harawi“ stammt aus der Quechua-Sprache der Andenregion und bezeichnet eine Form von Liebeslied, das mit dem Tod der Liebenden endet. Im Liebestod liegt die höchste Erfüllung der Liebe. Der französische Avantgardist Olivier Messiaen greift diese transzendente Idee auf und ergründet sie in seiner Tristan-Trilogie aus jeweils unterschiedlichen Perspektiven – zum ersten Mal 1945 in seinem Liederzyklus „Harawi“, der den Untertitel „Chant d’amour et de mort – Gesang von Liebe und Tod“ trägt. Die Texte dazu stammen von ihm selbst. Es sind surreale, teilweise lautmalerische Gedichte von starker Sinnlichkeit und Symbolkraft, hauptsächlich in französischer Sprache. In Schlüsselmomenten greift Olivier Messiaen zu Quechua-Wörtern, weniger wegen deren Bedeutung als vielmehr wegen des assoziationsstarken Klangs ihrer Silben. Olivier Messiaen betritt hier eine urtümlich direkte Ausdrucksebene, eine Art metaphysische Musik, die alle Verrücktheit, Verzweiflung, Macht und Ekstase einer alles verzehrenden Liebe beschwört, interpretiert von der Sopranistin Rachael Wilson und der Pianistin Virginie Déjos.

Eintrittspreise


37/27/17 €, erm. ab 8,50 €

Bildnachweis

© Thomas Berns

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