Das Los des Fremden
Der Operationssaal in Aleppo bebt von den Explosionen draußen vor der Klinik.
Ab 0 Jahren | 98 Minuten | Regie: Florian Heinzen-Ziob | Darsteller: Yasmine Al Massri, Yahya Mahayni, Omar Sy u.a. | Deutschland 2026
Die Kinderchirurgin Amira (Yasmine Al Massri) duckt sich und arbeitet weiter. Sie wird von Eindringlingen bedroht und kann entkommen. Ihren Geburtstag feiert sie mit der Familie. Die Kerze brennt auf dem Kuchen. Urplötzlich stürzt das Haus ein. Nur Amira und ihre Tochter überleben. Damit steht der Entschluss fest: Sie flüchten aus dem Bürgerkrieg in Syrien. Es ist die erste von insgesamt fünf miteinander verwobenen Episoden in Brandt Andersens Drama DAS LOS DES FREMDEN. Der Amerikaner erzählt auch von dem Assad-Soldaten Mustafa (Yahya Mahayni) und seiner Verzweiflung über die Grausamkeit des Krieges. Er stellt den Schlepper Marwan (Omar Sy) vor, der Bootspassagen für 2500 Euro pro Erwachsenen und 1500 Euro pro Kind feilbietet. Eine ägyptische Familie wagt sich in der Hoffnung auf ein besseres Leben in eines der Schlauchboote. Schließlich ist es der griechische Kapitän Stavros (Constantine Markoulakis), der diese Menschen aus stürmischer See rettet. Und dafür ebenfalls einen Preis bezahlt.
Brandt Andersen nutzt die Stilmittel des Erzählkinos. Mitfühlen ist erwünscht, weil Nachrichten gucken allein nicht reicht. Sein Film beginnt in den USA und kehrt dorthin am Ende zurück. Die Episoden verbinden sich dabei nach und nach. Die Perspektiven wechseln, nicht die Absichten. Ein Zitat aus William Shakespeares Rede "The Stranger's Case" stellt er voran. Thomas Morus beklagt darin "gigantische Unmenschlichkeit". Dass dieses Unrecht nicht neu ist, macht es nicht besser - dafür dringlicher.
Eintrittspreise
Dienstag bis Donnerstag: 8,90 € (7,50 € ermäßigt*)
Freitag, Samstag, Sonn- und Feiertage: 9,90 € (8,50 € ermäßigt*)
Montag Kinotag: 7 €
Abenteuer Kinderkino am Sonntag: 5,50 €
Dienstag- und Mittwochnachmittag: 15:30 + 16 Uhr-Vorstellungen: 7 €
Bildnachweis
Adobe Stock