Fakir-Baykurt-Platz
Fakir Baykurt,* 15. Juni 1929,† 11. Oktober 1999, war ein türkischer Lehrer und Schriftsteller. Er begann 1946 Erzählungen und Romane zu schreiben, die sich mit sozialkritischen Themen aus dem Dorfleben beschäftigten. In seiner Zeit in Deutschland befasste er sich vor allem mit dem Alltag türkischer Arbeitsmigranten.
Fakir Baykurt besuchte ein reformpädagogisches Dorfinstitut, an dem er im Jahr 1948 einen Abschluss machte. Seine Erfahrungen mit dieser Einrichtung, die versuchte, fortschrittliche pädagogische Ansätze in der bislang vernachlässigten Provinz einzuführen, prägten ihn nachhaltig. Er beschloss, selbst Lehrer zu werden und studierte bis 1955 in Ankara. Danach ging er für ein Jahr an die US-amerikanische Indiana University Bloomington in Bloomington (Indiana).
Nach seinem Lehramtsstudium arbeitete er in seinem Heimatland an verschiedenen Schulen und wurde 1961 zum Vorsitzenden des Lehrervereins TÖDMF gewählt. Ab 1965 stand er der neu gegründeten Gewerkschaft TÖS vor. Im Jahr 1971 wurde Fakir Baykurt wegen seines Engagements verhaftet, aber von einem Militärgericht freigesprochen. Er wurde Herausgeber beim Verlag der Orta Doğu Teknik Üniversitesi (Universität des Mittleren Osten) in Ankara. 1978 war er kurzzeitig Berater beim türkischen Kultusministerium. 1979 siedelte er nach Duisburg um, wo er als Lehrer und Schriftsteller arbeitete. Am 11. Oktober 1999 starb Fakir Baykurt.