Sonderausstellung "Christel Runne" (1894 - 1981)"
Vernissage der Ausstellung
Als der Mülheimer Galerist Gerold d‘Hamé den künstlerischen Nachlaß der in Witten aufgewachsenen Münsteraner Malerin Christel Runne fand, war sie eine selbst in ihrer Heimatstadt weitgehend vergessene Künstlerin. Erst mit Hilfe ihrer Photoalben, eines Notizbuches und der Auswertung von annähernd 400 Briefen aus dem Zeitraum 1910 bis 1935, die sich im wiedergefundenen nichtkünstlerischen Nachlaß befanden, konnte der Kurator Bruchstücke ihrer Biographie rekonstruieren, so daß nun Leben und Werk der Christel Runne in unserer Schau der Öffentlichkeit wieder zugänglich werden.
Christel Runne besuchte von 1916 bis 1919 die Kunstgewerbeschule Düsseldorf und ließ sich anschließend in Münster nieder. In den 1920er Jahren war sie auf zahlreichen Ausstellungen besonders in Westfalen sehr präsent. In St. Gallen in der Schweiz, wo ihr damaliger Verlobter Dr. Wulf Oeler ihre Ausstellungstätigkeit unterstützte, konnte sie sehr gute Verkaufserfolge verzeichnen. Christel Runne, die in den 1920er Jahren ihren eigenen künstlerischen Stil entwickelt hatte und für die damalige Zeit für Malerinnen eher auch ungewöhnliche Sujets bearbeitet, wendet sich Mitte der dreißiger Jahre, nach der Geburt ihrer beiden Kinder, mehr und mehr von der künstlerischen Malerei ab.
In der Ausstellung werden Arbeiten der 1920er und 1930er Jahre gezeigt. Überdies präsentiert das Münsteraner Stadtmuseum einige frühe Bilder aus dem Nachlaß in einer Gruppenausstellung mit heimischen Künstlerinnen.
Eine stilistisch vielseitige Malerin und Zeichnerin ist wiederzuentdecken, die erstmals in einem umfangreichen Katalog, der in der Schriftenreihe des Museums erscheint, gewürdigt wird.
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Bildnachweis
(c) Ralf Hecker