Zwei Briefe aus Duisburg vor 75 Jahren
Private Berichte aus der Nachkriegszeit
Am 3. Juli 1951 sitzt die 38-jährige Lotte in der Wohnküche ihrer Wohnung in der Eigenstraße 54 in Duisburg-Hochfeld und schreibt einen Brief an ihre Mutter. Darin berichtet sie von dem bescheidenen Leben, das sie mit ihrem Mann Ernst und ihrem Sohn Udo führt. Die Mutter lebt noch in einer Unterkunft in Martfeld bei Bremen, in der die Familie nach der Vertreibung aus Westpreußen zum Kriegsende 1945 Zuflucht gefunden hatte. Erst seit einiger Zeit hat Lottes Mann Arbeit bei der Duisburger Kupferhütte – nun konnte er Frau und Kind nachkommen lassen.
Genau vier Monate später folgt ein zweiter Brief. Begeistert schildert Lotte darin ein einschneidendes Erlebnis: die Feier zum 75-jährigen Bestehen der Kupferhütte, zu der bereits 1951 Gäste aus aller Welt nach Duisburg kamen. In diesen Briefen wird sichtbar, wie rasch sich Lebensumstände, Hoffnungen und Perspektiven verändern – Entwicklungen, die später unter dem Schlagwort des „Wirtschaftswunders“ zusammengefasst wurden.
Thomas Heiken zeigt und liest überwiegend zeitgenössische Texte, ergänzt durch historische Fotografien, Zeichnungen und Zeitungsausschnitte.
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Thomas Heiken